Verallgemeinerungswünsche ade – ran an die Gestaltungsarbeit!

Online-Diskussion über die Ziele transdisziplinärer Forschung

Die Online-Diskussion ist beendet!

Allgemeine Gesetzmäßigkeiten der Nachhaltigkeit? Grundprinzipien sozial-ökologischer Transformationen? Fehlanzeige! Transdisziplinäre Forschung kann und soll nichts anderes als gesellschaftliche Probleme lösen. Das zumindest behauptet Wolfgang Krohn in einem aktuellen Beitrag für td Academy, den wir exklusiv mit Ihnen diskutieren möchten.

Was soll und was kann transdisziplinäre Forschung leisten? Zu dieser Frage ist schon viel diskutiert, gestritten und geschrieben worden. Auch gibt es mittlerweile eine reiche transdisziplinäre Praxis, ohne dass wir uns auf eine verbindliche Antwort geeinigt hätten. Warum also noch debattieren? Wir denken: Weil transdisziplinäre Forschung nur dann gut gelingen kann, wenn allen Beteiligten klar ist, worauf genau sie sich einlassen und was sie von einem Projekt erwarten können. Das gilt für die Wissenschaftler*innen ebenso wie für die gesellschaftlichen Akteure.

 

Hinein in die volle Komplexität der sozialen Realität!

Das Papier „Das transdisziplinäre Projekt – Gestaltungsarbeit, Übertragbarkeit, Verallgemeinerung“ von Wolfgang Krohn bietet eine radikale Antwort. Krohn wirft transdisziplinäre Forschung in die volle Komplexität einer „sozialen Realität“ hinein und sagt: Ihr Sinn und Zweck ist es, gemeinsam mit der gesellschaftlichen Praxis Problemlösungen zu erarbeiten und umzusetzen. Transdisziplinäre Projekte operieren für den Wissenschaftstheoretiker und Techniksoziologen also dort, wo „das Wechselspiel politischer, technologischer, kultureller, ökonomischer und anderer Faktoren in vollem Gange ist“.

Nach Verallgemeinerungen von Erkenntnissen aus transdisziplinären Projekten zu streben, hält Krohn dagegen für fehlgeleitet. Denn dort, wo es um das Singuläre des Einzelfalls gehen muss, wenn wir die sozial-ökologische Realität erfolgreich umgestalten wollen, erwarten uns „keine allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der Nachhaltigkeit oder Axiomatiken der Transformation“. Hier kann es allenfalls darum gehen, ein erfolgreiches Projekt als Modell für ähnliche Einzelfälle zu nutzen. Dafür entwirft Krohn die Konzepte der „Imitation“, „Vergleichbarkeit“, „Modifikation“ und „Modularisierung“.

 

Online-Diskussion vom 25. Februar bis 5. März 2019

Wolfgangs Krohn hat seinen Text als Gastbeitrag zum TransImpact-Thema „Übertragbarkeit“ verfasst. Wir möchten allen Mitgliedern der Community die Gelegenheit bieten, mit uns seinen provokanten und inspirierenden Beitrag kontrovers zu diskutieren. Im Zentrum der Online-Diskussion sollen die folgenden Thesen Krohns stehen:

These 1: Transdisziplinäre Forschung beteiligt sich daran, eine Lösung für ein gesellschaftliches Problem zu erarbeiten und umzusetzen. Die erfolgreiche Umsetzung ist das zentrale Gütekriterium eines transdisziplinären Projektes. 

These 2: Transdisziplinäre Forschung fokussiert auf Gestaltungsarbeit. Damit bildet sie einen Gegenpol zur akademischen Forschung. Ihr Ziel ist es, den gegebenen Fall möglichst vollständig zu erfassen. Sie sollte nicht danach streben, empirische Erkenntnisse zu verallgemeinern.    

These 3: Von Übertragbarkeit lässt sich nur bei Projekten sprechen, die eine Problemlösung erfolgreich umgesetzt haben. Die wesentlichen Erfolgsfaktoren lassen sich jedoch nie eindeutig bestimmen. Übertragbarkeit heißt daher, ein erfolgreiches Projekt als Modell für ähnliche Fälle nutzen zu können.

Die moderierte Online-Diskussion findet vom 25.Februar bis 5. März 2019 auf dieser Seite statt. Um an der Diskussion teilnehmen zu können, müssen sie auf td-academy.org registriert sein. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie es hier einrichten. Weitere Informationen erhalten Sie rechtzeitig auch über den td Academy-Newsletter, den Sie hier bestellen können (nur für Mitglieder der Community).

Die Online-Diskussion ist beendet. Auf dieser Seite werden wir in Kürze einen Bericht über die Ergebnisse anbieten.