Reallabore & Co: Neue Formate, alte Herausforderungen?

Online Diskussion über den Mehrwert neuer Formate transdisziplinärer Forschung

Der moderierte Teil der Online-Diskussion ist beendet! Diskussionsbeiträge zum Thema sind aber natürlich weiterhin willkommen!

Neue Formate wie Reallabore, Fortschrittskollegs, Citizen Science und Innovationsgruppen sind kein alter Wein in neuen Schläuchen. Sie stellen aber auch keine radikalen Innovationen, sondern Ausdifferenzierungen transdisziplinärer Forschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten dar. Zu diesem Schluss kommen Armin Grunwald und das Team von TransImpact auf Basis einer Studie des Projekts.

Reallabore und Citizen Science sind derzeit in aller Munde. Manche Förderprogramme fordern sie gar als innovative Formen des Forschens ein. Auf ihnen liegen oft hohe Erwartungen, wenn es darum geht, gesellschaftliche Transformationsprozesse anzustoßen oder die Wissenschaft zu demokratisieren. Auch Fortschrittskollegs und Innovationsgruppen sind Experimente mit neuen Förderformaten. Sie sollen transdisziplinäre Forschung stärker im Wissenschaftssystem verankern oder wirksamer für die gesellschaftliche Ausbreitung von Innovationen sorgen.

Aber können die neuen Formate den Anspruch einlösen, Antworten auf bisherige Defizite transdisziplinärer Forschung zu geben? Mit dieser Frage hat sich Armin Grunwald in einer Studie für TransImpact beschäftigt. Dazu führte er unter anderem explorative Interviews mit den Koordinator*innen von Forschungsprojekten durch, die neue Formate einsetzen. Erste Hypothesen aus dieser Untersuchung diskutierten Expert*innen am 14.6.2018 auf einer TransImpact-Validierungsplattform.

 

Online-Diskussion vom 1. bis 14. April 2019

Gerne möchten wir allen Mitgliedern der Community die Gelegenheit bieten, die Ergebnisse der Studie mit uns zu diskutieren. Diese haben wir für die Online-Diskussion in den folgenden drei Thesen für Sie zusammengefasst:

These 1: Einen Königsweg zu einer noch wirksameren transdisziplinären Forschung bieten auch die neuen Formate nicht. Sie eröffnen aber Potenziale, gezielter bestimmte Wirkungen zu erzeugen (z.B. eher gesellschaftliche oder eher wissenschaftliche). Ihnen liegen außerdem unterschiedliche Annahmen und Theorien über gesellschaftlichen Wandel zugrunde. Damit erfüllen sie im Gesamtspektrum transdisziplinärer Forschung unterschiedliche Funktionen.

These 2: Die gesellschaftliche Praxis konfrontiert die beteiligten Wissenschaftler*innen mit unterschiedlichen Rollenerwartungen, auf die sie zum Teil nur schlecht vorbereitet sind: Moderator*innen, Fachexpert*innen, Unternehmensberater*innen, Mediator*innen, Prozessmanager*innen oder Evaluator*innen. Zwar müssen und sollten Wissenschaftler*innen nicht alle diese Erwartungen erfüllen. Dennoch sollten vorbereitende Lehrangebote und ein unterstützendes Coaching in den entsprechenden Förderprogrammen deutlich mehr Raum bekommen.

These 3: Die meisten der neuen Formate stammen aus spezifischen Förderprogrammen unterschiedlicher Institutionen. Um aus den dabei gemachten Erfahrungen Rückschlüsse für die Weiterentwicklung wirksamer Förderformate zu ziehen, sind eine gründliche Evaluation und ein moderierter Austausch zwischen allen Beteiligten (Fördermittelgeber, Projektträger, Begleitforschung, Wissenschaft, Praxis) notwendig.

Die moderierte Online-Diskussion findet vom 1. bis 14. April 2019 auf dieser Seite statt. Um an der Diskussion teilnehmen zu können, müssen sie auf td-academy.org registriert sein. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie es hier einrichten. Weitere Informationen erhalten Sie rechtzeitig auch über den td Academy-Newsletter, den Sie hier bestellen können (nur für Mitglieder der Community).

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